Finanzvorstand SVNRW Willy Dreckmann mit der Innenministerin (SH) Magdalena Finke.

Kiel-Schilksee wird zum Zentrum des deutschen Segelnachwuchses

Im historischen Olympiazentrum Kiel-Schilksee hat am Freitagnachmittag vor Pfingsten eine Breiten- und Spitzennachfrage auf dem Segelsport einen neuen Höhepunkt erreicht: Fünf Landessegelverbände – Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein – unterzeichneten dort einen Grundlagenvertrag, der die Gründung einer gemeinsamen Trainingsbasis für den Segelnachwuchs festschreibt. Ziel ist die gebündelte, zentrale Nachwuchsförderung in Hinblick auf kommende Olympische Spiele als auch Paralympische Wettbewerbe.

Ein starkes Signal aus Politik, Wirtschaft und Sport

An der Unterzeichnungszeremonie nahmen neben den Landesvorsitzenden der Verbände Vertreterinnen und Vertreter aus Leichtathletik- und Leistungssportclubs, Trainerteams, Kader- und Spitzensportlerinnen und -sportler sowie leitende Angestellte aus Politik und Wirtschaft teil. Unter anderem war die Präsidentin des Landessportverbands Schleswig-Holstein, Barbara Ostmeier, mit dem Innen-Staatssekretär Sönke Schulz sowie dem Kieler Bürgermeister Gerwin Stöcken und dem Geschäftsführer des Olympiazentrums vor Ort. Die Veranstaltung machte deutlich: Es geht hier nicht nur um einen formalen Namenszug, sondern um eine strategische Investition in die Zukunft des Segelsports.

Ein Symbol für den Weg in die Olympische Sailing City 

Schon der Ort des Geschehens – das ehemalige olympische Jugenddorf von 1972 – verleiht dem Vorhaben Gewicht. In Falckenstein, unweit des Olympiazentrums, begannen zwei Bauabschnitte der Großrenovierung der 37 Zeltdachhäuser, die einst als Unterkunft für jugendliche Segler dienten. Jetzt werden sie in einen zeitgemäßen Zustand überführt, um als zentrale Infrastruktur für Trainingslager, Regatten und kommende Nachwuchszentren zu dienen. Die Renovierungsarbeiten sollen im August mit einem Soft-Opening starten; der Endausbau ist für die kommenden Jahre geplant.

Zielrichtungen der Kooperation

Der Grundlagenvertrag schafft die Basis für eine zentrale Trainingsstruktur am Standort Kiel-Schilksee. Hauptziel ist die systematische Ausbildung und Förderung von Nachwuchskadern (NK 1 und NK 2) mit dem klaren Blick auf den Übergang in den Bundeskader am DSV-Bundesstützpunkt Segeln. Die beteiligten Verbände sehen in Kiel einen idealen Rahmen, um Trainingslager, Regatten und Meisterschaften auf hohem Niveau durchzuführen. Dadurch sollen Ressourcen wie Schlauchboote, Trainer, Material und Transportkapazitäten vor Ort effizient gebündelt werden. Zudem soll die Nähe zum Bundesleistungszentrum Segeln des Deutschen Segler-Verbands Synergien erzeugen, die die Leistungsentwicklung des Nachwuchses fördern.

Eine Infrastruktur-Offensive: neues Leistungszentrum in Kiel

Ein weiterer Kernpunkt des Papiers ist die Gründung eines noch zu errichtenden Leistungsstützpunkts in Kiel. Hier sollen neben Unterbringung und Verpflegung der Segler auch wesentliche Trainingsflächen eingerichtet werden. Geplant sind Athletik- und weitere Trainingseinrichtungen, eine Werkstatt, Büroräume im Sharing-Modell sowie Lagerflächen für Boote, Begleitboote und deren Anhänger. Die Nähe zum Zentrum des deutschen Segelsports und zum DSV-Bundesstützpunkt soll die Leistungsfähigkeit steigern und eine effiziente Integration der Nachwuchskader in vorangehende Leistungsstrukturen ermöglichen.

Wer unterstützt den Weg?

Die Unterzeichner setzen auf eine breite Rückendeckung leistungsorientierter Vereine. Insgesamt vertreten die fünf Verbände rund 70 Prozent der organisierten Seglerinnen und Segler in Deutschland, damit besitzt Kiel eine starke Unterstützung, um auch künftig bedeutende Regatten und Meisterschaften auszurichten. Die Kooperation soll perspektivisch um weitere Landessegelverbände erweitert werden, um die Reichweite und die Ressourcenbasis weiter zu stärken.

Kiel als Perspektive für Olympia-Wettbewerbe Deutschlands

Mit Blick auf mögliche Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland betonen die Unterzeichner, das Strategische Ziel des Grundlagenvertrags.

Primäres Ziel ist die gezielte Ausbildung und Förderung von Nachwuchskadern an einem zentralen Standort, um den Übergang in den Bundeskader am DSV-Bundesstützpunkt zu optimieren. Mit der Wahl Kiel-Schilksee als Trainingsstätte unterstützen wir die Bewerbung Kiel um die Ausrichtung der Segelwettbewerbe für Olympische Spiele in Deutschland 2036, 2040 oder 2044.

Auswirkungen und Kapazitäten

Die Basis ermöglicht den Zugang von Kader- und Trainingsgruppen aus bundesweiten Landessegelverbänden nach Kiel. Die Kapazitäten des Olympiazentrums sind begrenzt, weshalb die Initiative neue Lösungswege benötigt.

Grundlagenvertrag für den Leistungsstützpunkt

Der Grundlagenvertrag bekräftigt den Bau eines noch zu errichtenden Leistungsstützpunkts in Kiel, inklusive Unterbringung und Verpflegung der Segler.
Geplant sind Athletik- und weitere Trainingsmöglichkeiten, eine Bootslagerung (Boote, Begleitboote, Anhänger) sowie Umkleiden, Sanitärräume und möglicherweise eine Werkstatt und Büroräume im Sharing-Modell.

Innenministerin (SH) Magdalena Finke betont

Der Kieler Bundesstützpunkt Segeln ist der stärkste Standort Deutschlands für Vorbereitung auf Europa- und Weltmeisterschaften sowie auf Olympische und Paralympische Spiele. Sie unterstreicht zudem, dass der Zusammenschluss der größten Seglerverbände im Deutschen Segler-Verband ein starkes Zeichen für die Kompetenz des Kieler Standorts sei.

Zurück zur Newsübersicht