Olympisches Segeln vor Kiel Schilksee. © Sascha Klahn.

SVNRW spricht sich für Kiel-Schilksee als olympischen Segelstandort aus

Olympia in NRW ist eine große Chance für den Sport. Der SVNRW zeigt, welche Rolle der Segelsport dabei spielen kann und warum Kiel dazugehört.

Segler-Verband Nordrhein-Westfalen unterstützt die Olympiabewerbung des Landes und empfiehlt Kiel-Schilksee für die Segelwettbewerbe

Der Segler-Verband Nordrhein-Westfalen (SVNRW) unterstützt die Bewerbung des Landes Nordrhein-Westfalen um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele. Für die Austragung der olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe spricht sich der Verband aus sportfachlicher Überzeugung für Kiel-Schilksee aus.

Nordrhein-Westfalen hat mit seiner Olympiabewerbung die Chance, ein starkes Signal für den Sport in Deutschland zu setzen. Aus Sicht des SVNRW gehört dazu auch, für Sportarten, deren Wettkämpfe nicht in Nordrhein-Westfalen ausgetragen werden können, auf die jeweils besten vorhandenen Bedingungen und Strukturen zurückzugreifen.

Für den Segelsport sieht der SVNRW diese Voraussetzungen in Kiel-Schilksee.

Entscheidung aus sportfachlicher Verantwortung

Als Landesfachverband beurteilt der SVNRW die Frage des olympischen Segelstandortes vor allem aus der Perspektive der Athletinnen und Athleten sowie des Leistungs- und Nachwuchssports.

Kiel bietet dafür eine besondere Kombination: ein anspruchsvolles und international erprobtes Segelrevier, kurze Wege zwischen Olympiazentrum und Regattabahnen, eine bestehende und weiterzuentwickelnde olympische Infrastruktur sowie jahrzehntelange Erfahrung in der Durchführung internationaler Spitzenregatten.

Das Olympiazentrum Schilksee ist zugleich Bundesstützpunkt des Deutschen Segler-Verbandes und damit ein zentraler Standort des deutschen olympischen Segelleistungssports.

Für den SVNRW ist dies von besonderer Bedeutung: Nordrhein-westfälische Athletinnen und Athleten nutzen Kiel-Schilksee seit vielen Jahren für Training und Wettkampfvorbereitung. Die enge Zusammenarbeit am Standort hat bereits erfolgreiche Teams über Landesverbandsgrenzen hinweg hervorgebracht.

Gemeinsam in die Zukunft des Nachwuchsleistungssports

Die Verbindung zwischen Nordrhein-Westfalen und Kiel wird inzwischen weiter ausgebaut.

Gemeinsam mit weiteren Landessegelverbänden hat Nordrhein-Westfalen 2026 den Grundstein für eine gemeinsame Trainingsbasis in Kiel gelegt. Ziel ist es, Know-how, Trainerressourcen, Material und Trainingsmöglichkeiten zu bündeln und Nachwuchsathletinnen und Nachwuchsathleten bestmöglich auf den Übergang in den Bundeskader vorzubereiten.

Die beteiligten Landesverbände repräsentieren nach den Kieler Unterlagen zusammen mehr als 70 Prozent der in Vereinen organisierten Seglerinnen und Segler.

Die Position des SVNRW für Kiel ist deshalb keine abstrakte Standortentscheidung. Sie knüpft unmittelbar an die eigene Nachwuchs- und Leistungssportstrategie des Verbandes an.

Die Anforderungen aller olympischen Segeldisziplinen im Blick

Bei der Bewertung eines olympischen Segelstandortes müssen aus Sicht des SVNRW sämtliche olympischen Disziplinen berücksichtigt werden.

Das betrifft neben den klassischen Jollen- und Skiffklassen insbesondere die modernen Surf- und Boarddisziplinen. Hier spielen sichere Start- und Anlandemöglichkeiten eine besondere Rolle. Brandungssituationen im unmittelbaren Strandbereich können abhängig von Wind und Welle den Zugang zum Wasser erschweren und Risiken für Athletinnen und Athleten sowie für das empfindliche Material verursachen.

Für den SVNRW gehören deshalb nicht nur Wind- und Wellenbedingungen auf den Regattabahnen, sondern auch sichere, faire und materialschonende Wasserzugänge zu den sportfachlichen Kriterien für einen olympischen Segelstandort.

Bestehende Infrastruktur nachhaltig weiterentwickeln

Ein weiterer wesentlicher Gesichtspunkt ist die Nachhaltigkeit.

Das Olympiazentrum Schilksee muss für Olympische Spiele nicht neu geschaffen werden. Es wird bereits heute intensiv für Leistungs- und Regattasport genutzt und kontinuierlich weiterentwickelt. Die Planungen für den Standort sehen eine Modernisierung und Ergänzung vorhandener Strukturen vor, darunter auch neue Bootshallen.

Für den SVNRW ist dies ein überzeugender Ansatz: Investitionen in einen olympischen Segelstandort sollten nicht nur für wenige Wochen eines Großereignisses erfolgen, sondern dauerhaft dem Sport zugutekommen.

Kiel entwickelt seine Infrastruktur nicht ausschließlich für Olympia. Der deutsche Segelsport entwickelt den Standort für seine Zukunft – und Olympische Spiele können auf dieser Entwicklung aufbauen.

Klare Empfehlung für Kiel-Schilksee

Die Position des SVNRW richtet sich ausdrücklich nicht gegen einen anderen deutschen Segelstandort. Sie beruht auf einer sportfachlichen Bewertung und auf der Verantwortung des Verbandes gegenüber seinen Athletinnen und Athleten.

Kiel-Schilksee verbindet aus Sicht des SVNRW in besonderer Weise Wettkampfqualität, Athletensicherheit, vorhandene Infrastruktur, Spitzen- und Nachwuchsleistungssport, internationale Organisationserfahrung und nachhaltige Nutzung.

Der Segler-Verband Nordrhein-Westfalen empfiehlt deshalb, Kiel-Schilksee als Austragungsort der olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe in die Olympiabewerbung Nordrhein-Westfalens aufzunehmen.

Sportfachliches Positionspapier folgt

Der SVNRW wird seine Bewertung in einem gesonderten „Sportfachlichen Positionspapier des Segler-Verbandes Nordrhein-Westfalen e. V. – Kiel-Schilksee als Standort olympischer Segelwettbewerbe“ ausführlich darlegen.

Darin werden unter anderem die Qualität des Segelreviers, die Anforderungen der unterschiedlichen olympischen Disziplinen, die Infrastruktur des Olympiazentrums, die kurzen Wege zu den Regattabahnen, die Bedeutung des Bundesstützpunktes, die gemeinsame Nachwuchsleistungssportstruktur sowie die nachhaltige Nutzung des Standortes detailliert betrachtet.

Mit dieser sportfachlichen Einordnung möchte der SVNRW einen konstruktiven Beitrag zur Entscheidung über den Segelstandort innerhalb der Olympiabewerbung Nordrhein-Westfalens leisten.

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